Verhütungsmethoden
Vielfältige Möglichkeiten
Heute gibt es viele verschiedene Möglichkeiten der Empfängnisverhütung. Unten finden Sie einen kurzen Überblick. Bitte beachten Sie dabei, dass nur Kondome vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen.
Alle Methoden im Detail
Kondom
Das Kondom besteht aus dünnem Naturkautschuklatex (sechs Mal dünner als die menschliche Haut), es ist weich und dehnbar. Die Handhabung ist denkbar einfach: Vor dem Verkehr über das Glied rollen und los geht's! Kondome sind jederzeit einsetzbar und schützen vor Infektionen - der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Verhütungsmethoden.
Dreimonatsspritze
Für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung ist die Dreimonatsspritze eine zuverlässige Alternative. Diese sichere Verhütungsmethode verhindert die Befruchtung und den Eisprung. Allerdings muss frau mit ernstzunehmenden Nebenwirkungen rechnen. Auch die Dreimonatsspritze schützt nicht vor Infektionskrankheiten.
Pille
Die Pille ist das bekannteste Verhütungsmittel, obwohl es die Pille streng genommen gar nicht gibt. Derzeit sind über 100 verschiedene Präparate im Umlauf. Die Wirkung ist immer dieselbe. Dem Körper werden nach Zyklustagen dosierte Hormone zugeführt, die eine Schwangerschaft vortäuschen. Durch den plötzlichen Hormonabfall entsteht die Menstruationsblutung in der Pillenpause. Vorteil: Die Einnahme ist einfach und die Pille bietet große Sicherheit. Nachteile: kein Schutz vor Infektionskrankheiten, dauerhafte Belastung und ernstzunehmende Nebenwirkungen, die durch Nikotin- und Alkoholkonsum verstärkt werden können.
Mini-Pille
Die Mini-Pille ist die Pille für Fortgeschrittene. Dieses ziemlich sichere Verhütungsmittel erfordert größte Disziplin. Schon zweistündige Schwankungen bei der Einnahme mindern die Zuverlässigkeit. Das Hormon Gestagen bremst den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und sorgt dafür, dass der Zervikal-Schleim undurchlässig und der Eileiter unbeweglich bleibt. Nebenwirkungen gibt es auch hier, vor allem Schmier- und Zwischenblutungen. Schutz vor Infektionskrankheiten bietet die Mini-Pille nicht. Außerdem kann die Wirksamkeit durch die Einnahme von Medikamenten (z.B. bestimmte Antibiotika) herabgesetzt werden. Durch Erbrechen einige Zeit nach der Einnahme (z.B. bei Magen-Darm-Erkrankungen) ist der Empfängnisschutz für einen Zyklus unterbrochen.
Verhütungsstäbchen
Wirksam, aber nicht jedermanns Sache: Bei dieser Variante führt ein Arzt ein Verhütungsstäbchen unter die Haut am Oberarm ein. Die Befruchtung und der Eisprung werden so verhindert. Vorteil: Sicherheit. Nachteil: Dieses neue, bislang wenig erforschte Mittel kann ernstzunehmende Nebenwirkungen haben. Schutz vor Infektionskrankheiten: Fehlanzeige.
Kupfer-Spirale
Wem der regelmäßige Kontrollgang zum Gynäkologen nicht zu aufwendig ist, der ist mit der Spirale gut beraten. Bei dieser Verhütungsmethode wird eine mit Kupferdraht umwickelte Kunststoffspirale in die Gebärmutter eingelegt. Das Kupfer macht die Samen unbeweglicher und wirkt als Fremdkörper, gegen den Abwehrzellen produziert werden. Diese Methode gilt als ziemlich sicher. Das Risiko von Entzündungen und Eileiterschwangerschaften ist allerdings recht hoch. Für Frauen mit späterem Kinderwunsch ist die Spirale daher ungeeignet. Schutz vor Infektionskrankheiten bietet sie nicht.
Hormon-Spirale
Die Hormon-Spirale funktioniert ähnlich wie die Kupfer-Spirale. Sie besteht aus einem kleinen, T-förmigen Kunststoffteil, dessen Inneres mit Gestagen gefüllt ist. Der Kunststoffkörper fungiert als Störfaktor. Er verhindert, dass Spermien zur Eizelle gelangen. Außerdem wird permanent eine geringe Menge des Gestagens abgegeben. Dies vermindert das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Oft verringert sich dadurch auch die Blutung während der Periode. Ähnlich wie die Kupfer-Spirale ist dieses Methode ziemlich sicher, bietet jedoch keinen Schutz vor Infektionen.
Diaphragma
Das Diaphragma (auch Pessar genannt) eignet sich vor allem für die spontane Verhütung. Die richtige Handhabung aber will gelernt sein. Über die Scheide wird eine relativ große Latex-Kappe eingeführt und vor den Muttermund gelegt. In der Regel wird zusätzlich ein chemisches Mittel eingesetzt, um die Spermien abzutöten. Wichtig ist, den Gebrauch des Diaphragmas einige Male zu üben. Und unter Umständen muss das Diaphragma individuell angepasst werden.
Verhütung mit Computereinsatz
Einige Computer arbeiten rein mit der Auswertung der eingegebenen Temperaturdaten ähnlich wie die Temperaturmethode. Das Ergebnis wird in einem Display angezeigt. Durch eine regelmäßige, frühmorgendliche Temperaturmessung und in Verbindung mit anderen Verhütungsmitteln wie z.B. Kondomen ist diese Art der Verhütung recht verlässlich. Nach Absetzen der Pille sollte frau allerdings mehrere Monate messen, ehe sich eine sichere Aussage über den Zyklus machen lässt.
Andere Computer basieren auf der Messung des Hormonspiegels im Urin, um so die fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau zu errechnen. Hierfür sind an bestimmten Tagen Teststreifen mit Urin zu benetzen und durch den Computer auszuwerten. Auch hier gibt es Einschränkungen, z.B. für Benutzerinnen, die im Schichtdienst tätig sind, da der Urin immer zur gleichen Zeit bestimmt werden sollte. Übrigens wird diese Methode auch verwendet, um den richtigen Zeitpunkt für eine gezielte Befruchtung zu ermitteln.
Inzwischen bieten Hersteller auch Geräte an, die beide Methoden kombinieren.
Temperaturmethode
Die Temperaturmethode ist neben dem Kondom das natürlichste aller Verhütungsmittel, wenn auch eines der anspruchsvollsten. Durch das morgendliche Temperaturmessen werden die fruchtbaren Tage errechnet. Diese nebenwirkungsfreie Methode erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Erfahrung. Neben vielen Anwendungs- und Auswertungsregeln braucht es das nötige Wissen, um die Ergebnisse richtig zu deuten. Oft wird zusätzlich der Zervikal-Schleim beurteilt. Dafür wird jeden Tag der Schleim des Muttermunds oder des Scheidengangs auf seine Beschaffenheit hin untersucht, denn er verändert sich je nach Zyklustag. Vor Infektionskrankheiten schützt das Wissen um die Temperatur und den Zervikal-Schleim nicht.
Chemische Mittel
Gel, Creme, Zäpfchen zerstören durch chemische Substanzen die Hülle des Spermiums und machen es befruchtungsunfähig, Schaum bietet zudem eine mechanische Barriere. Diese Varianten sind wenige Minuten vor dem Verkehr einzusetzen und sind sehr unsicher. Juckreiz und Rötungen sind mögliche Nebenwirkungen. Auch chemische Verhütungsmittel bieten keinen Schutz vor Infektionskrankheiten.
Coitus Interruptus (unterbrochener Geschlechtsverkehr)
Seit Menschengedenken die unsicherste Methode der Verhütung. Hierbei zieht der Mann seinen Penis kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide der Frau. Da jedoch bereits im Vorfeld Spermien austreten können und sich außerdem im Eifer des Gefechts nicht immer der richtige Zeitpunkt bestimmen lässt: Eine sichere Verhütung ist so nicht möglich.
Sterilisation bei Männern (Vasektomie)
Immer mehr Männer lassen sich sterilisieren, obwohl die Anzahl prozentual recht klein sein dürfte. Hauptgründe sind der Wunsch nach einer effektiven Verhütung und eine abgeschlossene Familienplanung. Bei der Sterilisation des Mannes durchtrennt der Chirurg die Samenleiter (nicht zu verwechseln mit einer Kastration, bei der die Hoden entfernt werden). Eine Sterilisation schützt allerdings nicht vor Infektionen.
Sterilisation bei Frauen (Tubensterilisation)
Für Frauen, deren Familienplanung abgeschlossen ist oder die keinen Kinderwunsch (mehr) haben, bedeutet die Sterilisation eine sichere Möglichkeit der Verhütung. Bei diesem Eingriff werden die Eileiter verschlossen bzw. zusätzlich getrennt. Ein solcher Eingriff will wohl durchdacht sein, denn er lässt sich so gut wie nicht mehr rückgängig machen. Und wie bei der Vasektomie gilt: Ein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten ist nicht gegeben.


