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Gesundheit

Unerwünschte Andenken an die letzte Affäre

01.12.2017

Erinnerungen an ehemalige Liebschaften und Affären sind ja oft schön. Deshalb haben viele von uns eine Schachtel mit Erinnerungsstücken irgendwo verstaut. Alte Kinokarten, der Zettel mit der lieben Botschaft und dem Herzchen drauf oder alte Fotos. Manchmal kramt man sie hervor und denkt nostalgisch an schöne Zeiten zurück. Es gibt aber auch Andenken an die letzte Affäre oder den/ die Ex, die keiner will und gegen die es buchstäblich eine Medizin braucht: Sexuell übertragbare Krankheiten.

Und da heute Welt-Aids-Tag ist, widmen wir den heutigen Beitrag dem Thema HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Nicht von allen STI (sexually transmitted infections – dieser Begriff wird heutzutage gerne anstelle von „Geschlechtskrankheiten“ genutzt, wobei diese eigentlich STD = sexually transmitted diseases sind) bemerkt man sofort etwas. Werden sie nicht entdeckt und behandelt, können sie aber ernste Folgen haben, wie zum Beispiel Unfruchtbarkeit oder sogar Tod. Ein paar der bekanntesten bzw. verbreitetsten STI/ STD haben wir Euch einmal zusammengefasst:

 

HIV

Das Humane Immundefizienz-Virus ist eine der bekanntesten STI überhaupt – und auch eine der gefährlichsten, da sie trotz aller medizinischer Fortschritte nicht heilbar ist und die Lebenserwartung der Infizierten oftmals deutlich verkürzt. Die häufigste Art der Übertragung findet durch ungeschützten Geschlechtsverkehr ohne Kondom statt. Wenn HIV nicht behandelt wird, führt es nach einer meist symptomfreien Phase zu AIDS, einer Immunsystemschwäche. Aufgrund des geschwächten Immunsystems erleidet der Betroffene Folgeinfektionen, die sein Körper nicht mehr effektiv bekämpfen kann, was letztlich in der Regel zum Tod führt. Es gibt gegen HIV KEINE Impfung, sondern nur eine sogenannte PrEP (Präexpositionsprophylaxe). Bei der PrEP soll die Übertragung von bzw. die Infektion mit HIV durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten verhindert werden, wobei hier eine hohe Einnahmedisziplin beachtet werden muss. Der einfachste und kostengünstigste Schutz vor HIV sind noch immer Kondome.

Tripper/ Gonorrhoe

Der Tripper ist eine der ältesten bekannten Geschlechtskrankheiten der Welt, die bereits gegen 1.200 v. Chr. erstmals schriftlich erwähnt worden ist. Er ist im Vergleich zu anderen STD häufiger anzutreffen. Neben allgemeinen Infektionsbeschwerden tritt vor allem ein symptomatischer, eitriger Ausfluss aus den Geschlechtsteilen auf. Im Gegensatz zu HIV sind hier Bakterien der Krankheitsauslöser, welche zumeist im Harnleiter oder im Gebärmutterhals heranwachsen. Rechtzeitig erkannt, kann der Tripper ziemlich gut mit Antibiotika behandelt werden, wobei der Körper in der Regel keine eigene Resistenz gegen Tripper entwickelt – es müssen also alle Geschlechtspartner mit behandelt werden, damit man sich nicht erneut gegenseitig ansteckt. Am besten steckt man sich natürlich gar nicht erst an – nämlich mit Hilfe von Kondomen.



HPV

Humane Papilloma Viren sind eine der häufigsten Krankheiten, die durch ungeschützten Sex übertragen werden. Es gibt mehr als 100 verschiedene Typen dieser Viren – manche sind eher harmlos und werden durch die Immunabwehr des Körpers wieder beseitigt. Allerdings gibt es auch aggressive HPV Typen und die können Krebs verursachen, wenn nicht behandelt wird. Noch ein Grund mehr, keine Untersuchung zur Krebsfrüherkennung auszulassen!

Chlamydien

Chlamydien werden bei den Risiken gerne vergessen, die ungeschützter Sex mit sich bringt. Was ironisch ist, denn sie zählen ebenfalls zu den häufigsten übertragenen Krankheiten. Eine Infektion im Genitalbereich wird oft gar nicht bemerkt, weil sie beschwerdefrei oder mit nur sehr geringen Anzeichen verläuft. Erst wenn die Infektion Entzündungen und Schmerzen verursacht, wird sie bemerkt. Im schlimmsten Fall können Chlamydien bei der Frau zur Unfruchtbarkeit führen oder im Falle einer Schwangerschaft das ungeborene Kind schwer schädigen.

Vaginale Dysbakteriose

Was viele lieber verdrängen oder gar nicht erst wissen: Die Vagina ist ein wahrer Hort mikrobiellen Lebens, vornehmlich von Bakterien. Leben diese Bakterien in Harmonie und Eintracht, also in einem gesunden Gleichgewicht, ist alles gut. Wird dieses Gleichgewicht jedoch gestört – beispielsweise durch ungeschützten Kontakt mit einem Penis, der sein eigenes mikrobielles Umfeld mitgebracht hat – dann bricht bisweilen ein wahrer Krieg unter den kleinen Lebensformen aus, der nicht selten damit endet, dass ein gemeiner Pilz den Endsieg für sich verbucht. Pilzinfektionen werden zwar bei weitem nicht nur durch Sex übertragen oder ausgelöst (sie können auch vielfältige andere Ursachen haben), aber häufiger Geschlechtsverkehr, eventuell gar mit verschiedenen Partnern, birgt durchaus keine geringe Gefahr, eine Pilzinfektion auszulösen. Werden die typischen Anzeichen wie Jucken, Brennen oder fies riechender Ausfluss bemerkt, dann weiß die Apotheke oder der Gynäkologe ein passendes Mittel dagegen.

Die gute Nachricht ist, dass bei uns in Deutschland grundsätzlich nur eine recht geringe Wahrscheinlichkeit besteht, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken. Ziemlich selten ist z. B. das berühmte HIV, relativ häufig sind hingegen die weniger bekannten Chlamydien.  Alle diese Krankheiten zeigen die meiste Zeit jedoch keine oder nur wenig sichtbare Symptome, auch wenn die Betroffenen schon/ noch ansteckend sind. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit einer STI z. B. bei Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartners sehr viel höher, als in der allgemeinen Bevölkerung. Also denkt daran: "Better safe than sorry" damit es keine unerwünschten Andenken gibt!

 

Bildnachweis:
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Denkt daran: Better safe than sorry!

Autor
Robert Richter
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