Kolumne

Kondom überziehen - so macht Ihr es richtig

Kondome sind ja eine super Erfindung und absolut unverzichtbar. Aber im Leben jedes Kondombenutzers gibt es immer wieder diesen kritischen Moment, den Moment der Wahrheit: Das Überziehen! Und wenn ihr glaubt, dass da jeder Bescheid weiß, der die Dinger auch benutzt, dann liegt Ihr falsch. Da habe ich leider schon einiges erlebt! Mitten in der Hitze des leidenschaftlichen Vorspiels musste ich die Besserwisserin raushängen lassen und Nachhilfe in Sachen Kondombenutzung geben.

Sesam, öffne dich

Wer kann sich nicht an den ersten "Ernstfall" in Sachen Sex erinnern: Vielleicht war es dunkel, vielleicht war mehr als nur ein bisschen Alkohol im Spiel, in jedem Fall leuchteten die Gefühlsampeln wie ein Weihnachtsbaum in den USA – jetzt noch schnell über die Hürde, das Kondom anzulegen … und man bekam das Siegelbriefchen nicht auf.
Wohl dem- oder derjenigen, der/ die nicht zu Nagelschere, Messer (Messer?! – nun ja, auch die Küche ist der Deutschen nicht unliebster Ort für Sex… aber das wird ein anderes Blogthema) oder sonstigen Kondom-Mordinstrumenten gegriffen hat. Mit hinreichend ruhiger Hand sind die Siegelbriefchen/ die Kondom-Hüllen so einfach wie eine Tüte Chips zu öffnen.

Wie ist das Kondom richtig herum?

Das Siegelbriefchen war also offen und schon war man bei der nächsten Aufgabenstellung: Kondom überziehen. Tja, aber wie ist es richtig herum? Mit der Gummirollung nach außen! Theoretisch bekannt und kein Problem. Praktisch war das aber schon schwieriger. Erst wurde es falsch herum probiert. Und das Kondom mühsam ein Stück auf dem Penis nach unten gezerrt. Und dann mit dem selben Kondom noch mal anders herum. Zum Glück behielt wenigstens einer von uns einen klaren Kopf und trat hier auf die Bremse: Im Zweifelsfall besser alles auf Anfang mit neuem Kondom, als eine STI oder Schwangerschaft riskieren!

Kleiner Experten-Tipp am Rande: Wenn Ihr Euch im Eifer des Gefechts nicht sicher seid, ob das Kondom richtig herum ist, haltet es mit der einen Hand an der Spitze fest (Vorsicht mit Fingernägeln, Schmuck usw.) und zieht ganz leicht mit der anderen Hand am Gummiring, ohne dabei das Kondom abzurollen – dabei merkt man sofort, ob die Gummirollung außen ist.

 

Besser keine Experimente mit dem Kondom!

Und überhaupt: Abrollen! Der ein oder andere meiner Dates hatte sich anscheinend nach hinreichender Recherche von einschlägigem Filmmaterial die Technik abgeschaut, das Kondom kräftig auseinanderzuziehen und dann mit Schwung über seinen Penis zu stülpen. Auf Basis vermutlich derselben Informationsquellen wurde auch schon der Wunsch an mich herangetragen, das Kondom mit Hilfe meines Mundes über den Penis zu streifen.

Geht das?! Ja – ABER – hier sollte man sehr genau wissen, was man da macht! Der sicherste und damit der empfehlenswerteste Weg, Kondome anzulegen, ist in der Gebrauchsanweisung beschrieben: Das Kondom richtig herum auf die Eichel setzen, Luft aus dem Reservoir herausdrücken und abrollen. Alles andere erhöht die Gefahr, dass das Kondom beschädigt wird! Und damit auch die Gefahr, dass eine sichere Verhütung von Schwangerschaft und STI nicht mehr gegeben ist, weil Sperma dort hingelangt, wo es bei geschütztem Sex eben nicht hin soll.

 

Das richtige Zubehör

Wenn die Zeiten der "hektischen ersten Male" vorbei ist und man auf dem Gebiet Sex schon ein paar Erfahrungen gemacht hat, wird sich ja gerne verstärkt um ein Rahmenprogramm, liebevoll auch Vorspiel genannt, gekümmert. Sehr gerne wird dabei auch auf das bewährte Mittel der Massage zurückgegriffen, wobei sich diese Massage nicht zwingend nur auf den Schulterbereich beschränkt. Selbstverständlich kommen hier dann auch entsprechende Massagemittel zum Einsatz, da man seinem Partner ja nicht die Haut vom Leibe rubbeln will.

Und hier lauert schon wieder ein Stolperstrick bei der Verhütung, wenn man auch Kondome benutzen möchte: Die meisten Massagemittel (seien es klassische Massageöle, Babyöle, Speiseöle – auf was für Ideen manche kommen!) greifen den hauchdünnen Latexfilm der Kondome sehr schnell an, sodass ein Kondom entsprechend schnell reißen kann. Hier sollte man also auf Gleitmittel zurückgreifen, die ausdrücklich kondomverträglich sind.

Dasselbe gilt übrigens auch, wenn man noch mehr als nur Penis und eigene Körperteile mit ins (Liebes-) Spiel bringt: Alles, was nicht völlig glatt ist, aus Erdöl hergestellt wurde (Vorsicht bei Plastik und vielen Gummiarten!) oder sonst irgendwie prickelt, kühlt oder im Dunkeln leuchtet, ist höchstwahrscheinlich schädlich für Kondome.

Es gibt also diverse Fallen, in die man bei der Kondombenutzung tappen könnte. Bevor ich die hier alle aufzähle, lasse ich die häufigsten Fehler lieber von Eric Schroth erklären: Kondom überziehen. Der macht das immer so charmant in den Videos, dass man gar nicht anders kann, als sich seine Tipps zu Herzen zu nehmen! ;)

 

Bildnachweis:
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der moment der wahrheit - das anlegen des kondoms!

Autorin
Elena
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