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Burlesque

30.05.2017

Federfächer, Korsetts, ein riesiges Martiniglas und lasziver Tanz – die typischen Elemente einer Kunstform, die in den letzten 10 Jahren eine große Renaissance erfahren hat. Ihr seid vielleicht schon selbst darauf gekommen, was ich meine: Burlesque.

Dita von Teese und ihr überdimensionales Martiniglas, in dem sie sich aufreizend räkelte, haben einen großen Hype um die Kunstform Burlesque ausgelöst und Dita zu einer Ikone gemacht. Ihr Name drückt mit seinem Wortspiel bereits aus, was das Herzstück des Burlesque ist. Teese leitet sich von „tease“ ab, englisch für reizen, flirten. Die Tänzerin zieht sich nicht einfach nur aus, sondern kommuniziert und flirtet mit dem Publikum.

Vom Theater zur Tanzshow

Das war nicht immer der Inhalt einer Burlesque-Show: Burlesque war im Europa des 16. Und 17. Jahrhunderts eine Form des Theaters: In parodierenden Theaterstücken wurde die Realität sarkastisch und kritisch dargestellt. Zwei Jahrhunderte später schwappte das Burlesque Theater auch in die USA über und entwickelte sich dort in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zu dem, was wir heute unter Burlesque kennen.

Mit ihrem Schneewittchen-Look im Stil der 40er Jahre hat Dita dem Tanz ein ungewöhnliches Erscheinungsbild gegeben und begeistert nicht nur die Männer. Darum geht es bei Burlesque im Grunde auch: Für diese erotische Kunstform ist ein perfekter Körper gar nicht notwendig. Vielmehr soll die Weiblichkeit von jeder Tänzerin zelebriert und gefeiert werden. Egal, ob sie füllig oder sehr dünn ist, jung oder älter. „Man kann der hübscheste und süßeste Pfirsich sein, es wird immer Leute geben, die einfach keine Pfirsiche mögen.“ Mit diesem Zitat fasste Dita von Teese sehr treffend zusammen, worum es eben beim Burlesque nicht geht. Es sollen keine perfekten Körper sein, die am Ende nackt präsentiert werden.

Im Gegensatz zum Striptease geht es eben nicht nur um Ausziehen und Nacktheit, sondern um den Weg dahin. Zwar fallen beim Burlesque auch Hüllen, aber nie ganz. Das erotische an diesem Tanz ist erst später in den Vordergrund gerückt, vielmehr geht es um die Inszenierung, die Rolle, die gespielt wird und den Weg zur Nacktheit, der auch gerne ein wenig humorvoll präsentiert wird.

Burlesque als Hobby

Viele Frauen betreiben Burlesque-Tanz heute als Hobby. Weil es Spaß macht. Aber auch, um sich selber so zu lieben, wie sie sind. Viele der bekannten Tänzerinnen entsprechen eben nicht dem gängigen Schönheitsideal. Und werben für mehr Akzeptanz nicht perfekter Körper, indem sie sich vor Publikum entblättern. In Workshops kann man lernen, was beim Burlesque wichtig ist, wie man sich bewegt, was für Accessoires man benötigt. Jede Frau kann sich eine eigene Persönlichkeit erschaffen, die sie auf der Bühne darstellt, inklusive klangvollem Künstlernamen. Und das ist mal ein wirklich außergewöhnliches Hobby, das Gesprächsstoff bietet!

 

Bildnachweis:
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Man kann der hübscheste und süßeste Pfirsich sein, es wird immer Leute geben, die einfach keine Pfirsiche mögen.

Autor
Jacqueline
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