Sexipedia

Dirty Talk: Erotik mit Worten

Mit Dirty Talk ist es wie mit Tequila. Die richtige Dosis ist grandios, zu viel sorgt dafür, dass einem so richtig anders wird. „So, du geile Schnecke, dein Hengst besorgt es dir jetzt mal so richtig!!“ Im Ernst – diesen Satz habe ich schon mal von jemandem beim Sex gehört.

Erst mal habe ich überlegt, ob das gerade wirklich passiert war. Nach einem Blick in seine erwartungsvollen Augen wurde mir dann aber klar, dass das gerade sein völliger Ernst war. Fehlte ja nur noch „Mäuschen“! So geht Dirty Talk bei mir zumindest schon mal gar nicht. Hat er dann auch gemerkt, nachdem ich nach ein paar Schocksekunden so derbe gelacht habe, dass ich fast aus dem Bett gefallen wäre.

Lohnt sich das schmutzige Gerede?

Das geht aber besser! Und guten Dirty Talk zu machen, lohnt sich. Denn das ist nicht nur ein nettes Gimmick im Bett oder eine Modeerscheinung wie BDSM (das muss ja seit Fifty Shades wirklich jeder ausprobieren und dann seiner Umwelt damit auf den Geist gehen), sondern kann Euer Sexleben so richtig bereichern.

Warum? Weil man beim Dirty Talk sagt, was man im Bett gerne vom anderen hätte. Und das kann Missverständnisse aus dem Weg räumen und zu wirklich gutem Sex führen!

Und nicht nur das: Sprache erreicht unser Lustzentrum im Hirn. Stimulation durch visuelle Reize und Berührungen kennen wir und haben sie unter „macht an“ abgespeichert. Warum nicht auch mit Hilfe von Dirty Talk den Faktor Sprache nutzen? „Der halbe Spaß am Sex ist das Reden darüber.“ Das ist ein Filmzitat und meint das Reden über Sex, nachdem man ihn schon hatte, sozusagen eine erotische Rezension. Aber trotzdem passt es, denn das Reden über Sex, während man ihn hat, macht wirklich Spaß.

Von einem Dirty Talk-Level ins nächste

Ok, bereichern wir also die erotische Seite unseres Lebens. Wer das noch nie gemacht hat, steht vielleicht vor dem gleichen Problem wie der Mäuschen-Typ, von dem ich oben berichtet habe und benötigt ein paar Tipps.

Wie so oft kommt es auch hier auf das richtige Level an. Habt Ihr es noch nie mit Dirty Talk probiert und seid darin Anfänger, müsst Ihr erst mal herausfinden, was für Euch das richtige Level ist. Auch in einer schon langen Beziehung weiß man das nicht immer automatisch. Wenn einer von Euch sich unwohl fühlt, bringt es nichts. Tastet Euch langsam heran. Einen guten Anfang machen da die beliebten Sex-Wörter Oh und Ja. Im richtigen Moment und mit steigender Intensität eingesetzt, kann das schon anheizen.

Von da arbeitet Ihr Euch weiter heran. Zum Beispiel, indem Ihr das Geschehen auf der Matratze (oder wo Ihr Euch sonst so vergnügt) kommentiert. Natürlich nicht so wie beim Sport oder einem Dokumentarfilm, sondern in Form von Lob und Vorschlägen. Klingt vielleicht wie der Meckerkasten in der Firma, ist aber effektiv. Sagt deutlich, was Euch gefällt. Dabei müsst Ihr nicht immer dem Knigge folgen und könnt ruhig mal ein bisschen derber ausdrücken, was Euch gerade Spaß macht. Oder was Ihr gerade lieber hättet.

Keine falsche Höflichkeit, bitte!

Auch wenn man sonst im Leben ja eher freundlich um etwas bitten sollte, ist das hier nicht angebracht. Imperative dagegen helfen sehr dabei, die Stimmung anzuheizen. Keine Konjunktive! Also alles wie „würde“ „hätte“ „könntest du“. Sondern eher „ich will“, „mach!“, „ich habe Lust auf“ und „du hast“ (einen geilen Arsch zum Beispiel). Es muss nicht gleich das allerderbste Vokabular sein (f****n zum Beispiel findet nicht jeder anturnend), aber redet nicht zu lang und gestelzt um das herum, was Ihr wollt.

Welche Wörter ins Schwarze treffen, müsst Ihr wohl einfach ausprobieren. Wenn Ihr befürchtet, damit eine eigentlich gute Nummer zu ruinieren, dann könnt Ihr das Thema ja auch mal ganz verstohlen in ein Gespräch einbinden. Endet das Gespräch im Bett, habt Ihr vermutlich schon ein paar gute Wörter zum Anheizen herausgefunden. Aber auch wenn nicht, findet Ihr dabei viel darüber heraus, was Ihr Euch gegenseitig im besten Erotik-Tonfall sagen könnt.

Tipps für Dirty Talk

Falls Ihr selbst total ratlos seid und gerne etwas Inspiration hättet, dann schaut Euch doch mal auf Erotikblogs zum Thema um, dort findet Ihr viele Tipps zum Dirty Talk. Oder Ihr lasst Euch von einer erotischen Frauenstimme ein paar Fantasien erzählen – erotische Hörbücher sind gerade im Trend, einzelne Geschichten könnt Ihr sogar umsonst im Netz herunterladen und Euch so einen Vorgeschmack abholen. Es gibt auch Geschichten zum Thema Sex, die Männer vorlesen. Probiert, was Euch am besten gefällt.

Übrigens ist Dirty Talk nicht nur auf das Schlafzimmer beschränkt. Ihr könnt auch damit überraschen, zum Beispiel wenn Ihr beim Kochen mal ganz plötzlich laut aussprecht, dass Ihr gerade Lust auf eine heiße Nummer hättet. Vielleicht auch direkt in der Küche.

Wenn Ihr Euch dann langsam zu Fortgeschrittenen entwickelt habt und den Anfängerkurs verlassen dürft, dann könnt Ihr noch eine Schüppe drauflegen. Und es so richtig dreckig werden lassen. Zum Beispiel mit detaillierten Ankündigungen, was Ihr als nächstes so mit ihm oder ihr vorhabt. Wenn Ihr mögt, kann das in das Aussprechen ganzer Sexphantasien übergehen. Vorstellungskraft und Phantasie sind nämlich immer noch in den Top 3, was guten Sex angeht.

Bildnachweis:
56515399 © Image Source/istock
603871476 © Courtney Keating/istock

Autorin
Elena
Natürlich möchten wir mit Euch ins Gespräch kommen

... und freuen uns über Kommentare, Themenvorschläge und natürlich auch Feedback, was wir besser machen können. Schreibt uns gerne eine E-Mail oder kommentiert auf Facebook!
Wir freuen uns drauf.