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Tantra

Der Begriff Tantra ist bestimmt jedem von euch schon mal über den Weg gelaufen. Was genau ist das eigentlich? Liebestechniken, für die man mindestens im Olympiakader der Turner sein muss? Ommm bei Räucherkerzen und Pling-pling-Musik? Oder einfach Sex mit viel Massageöl?

Oft halten die Leute Tantra für eine indische Art der Liebeskunst oder denken, es sei das Gleiche wie das Kamasutra. Ersteres stimmt ein wenig, trifft es aber nicht ganz. Tantra ist eine Strömung der indischen Religionen Buddhismus und Hinduismus. Im Grunde will Tantra die Fragen des Lebens beantworten und das menschliche Bewusstsein erweitern, um durch Erleuchtung das volle Potenzial des Menschen zu erreichen.
Klingt sehr spirituell. Was hat das jetzt mit der Sexipedia zu tun? Sexualität ist ebenfalls ein Teil des Tantra. Es lehrt die Körper- und Lustbejahung: Körper und Geist werden als Einheit gesehen und geachtet. Sex dient als Bewusstseinserweiterung und die Erregung soll den ganzen Körper möglichst lange und intensiv erfassen. Lange und intensiv – hört sich gut an.

Wie genau funktioniert Tantra?

Worum und wie geht es genau? Wichtig sind vor allem Aufmerksamkeit, Zeit und bequeme Stellungen. Das Tantra-Ritual soll möglichst lange dauern und in der richtigen Atmosphäre ausgeführt werden. Das bedeutet auch, den Alltag möglichst ganz auszublenden und sich nur auf den Liebesakt zu konzentrieren. Das ist leichter gesagt als getan.

Beim Tantra wird ein Ritual ausgeführt, das genau dabei hilft. Beim Tantra sollen sowohl Raum als auch die beiden Partner vorbereitet sein. Das heißt, alles sollte gereinigt sein und gut riechen. Das Schlafzimmer – oder wo auch immer ihr Tantra ausüben wollt – soll sauber sein und angenehm duften. Ob ihr den Duft mit Blumen, ätherischen Ölen oder tatsächlich Räucherstäbchen erzeugt, bleibt euch überlassen. Ihr selbst seid auch an der Reihe: Ihr badet zusammen und parfümiert euch mit Ölen. Gut zu riechen und eine schöne Atmosphäre zu haben, kann der ungestörten Hingabe eigentlich nur förderlich sein ;)

Im klassischen Tantra sind auch Speisen und Wein involviert, ihr könnt es aber auch ohne machen. Ihr geht zusammen in den vorbereiteten Raum, wo ihr euch im Schneidersitz nackt gegenübersitzt und betrachtet euch lange und ausführlich. Oft ist auch eine Tantra-Massage im Ritual vorgesehen – der Teil, den die meisten Menschen mit dem Wort Tantra verbinden. Bei dieser Massage arbeitet ihr euch von weniger intimen Stellen zu den sehr intimen Stellen vor und massiert jeden Körperteil des anderen sanft.

Zur Sache, Schätzchen - der Höhepunkt des Rituals

Und dann? Tja, dann gibt es den Höhepunkt des Ganzen, im wörtlichen Sinn. Der Liebesakt selbst findet ebenfalls langsam statt, denn er soll ja nicht sofort vorbei sein. Es gibt verschiedene Positionen, die dafür vorgeschlagen werden. Meistens ist die Frau dabei oben, weil sie sich mehr bewegen soll als der Mann (praktisch für alle Männer, die beim Sex mal etwas fauler sein wollen). Dabei sind nicht alle Stellungen nur für fortgeschrittene Turner und Akrobaten: Auch die bei uns als „Löffelchen“ bekannte Position ist dabei oder die Yab-Yum-Position: Er sitzt im Lotussitz und sie nimmt auf ihm Platz. Die abgewandelte Reiterstellung sozusagen.

Tantra scheint also definitiv nichts für Leute zu sein, die wenig Zeit haben oder eher auf schnelle Nummern stehen. Aber wer Lust und Zeit dazu hat, für den ist es bestimmt mal eine Erfahrung wert und eine gute Art, sich mal wieder gemeinsam zu entspannen und aufeinander zu freuen.

 

Bildnachweis:
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Was genau ist das eigentlich?

Autor
Elena
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