Gesundheit

STIs erklärt: Symptome, Übertragung und Schutz (2026 Guide)

01. April 2026, von Natalie

Was sind STIs?

Die Abkürzung STI steht für Sexually Transmitted Infections (sexuell übertragbare Infektionen). Diese können durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten verursacht werden. Sie werden bei ungeschütztem Sex durch Körperflüssigkeiten oder Hautkontakt übertragen. 

Zu den bekanntesten Erkrankungen gehören HIV, Chlamydien oder Tripper. Oftmals verlaufen Infektionen unbemerkt, da sie nicht sofort Symptome auslösen. Umso wichtiger ist, dass Ihr Euch schützt und das nicht nur beim Vaginalsex. Übertragen werden die Infektionen auch beim Oral- oder Analverkehr.

Welche sexuell übertragbaren Infektionen gibt es?

Bei einer STI unterscheidet man bakterielle, virale und parasitäre Ansteckungen. Bakterielle Übertragungen sind meist behandelbar, aber nicht zwangsweise harmlos. Handelt es sich um eine virale Infektion, dann sind diese nicht immer heilbar. Schauen wir uns die häufigsten STIs an.

Bakterielle STIs

  • Chlamydien: Diese bleiben oftmals unbemerkt, da sie symptomlos verlaufen. Unbehandelt können Sie zu Entzündungen und Fruchtbarkeitsproblemen führen.
  • Gonorrhö (Tripper): Wird oft durch Ausfluss, Juckreiz oder Brennen beim Wasserlassen erkannt. Die Infektion wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae übertragen.
  • Syphilis: Diese Erkrankung verläuft in vier Stadien und kann unbehandelt schwere Spätfolgen haben. Wird die Infektion nicht erkannt und behandelt, kann es zu Schäden am Nervensystem oder zu Entzündungsherden kommen.

Virale STIs

  • HPV (Humane Papillomviren): Diese virale Erkrankung ist sehr weitverbreitet und kann zu Genitalwarzen führen. Was viele von Euch vielleicht nicht wissen, es gibt gegen die Infektion eine Impfung.
  • Herpes (HSV): Herpes wird durch Herpes-simplex-Viren verursacht (HSV-1 und HSV-2). Wichtig ist, habt Ihr Euch einmal damit angesteckt, dann bleibt das Virus im Körper. Die Infektion bricht in Schüben aus und kann Brennen, Juckreiz oder Bläschen erzeugen.
  • Hepatitis B: Dieses Virus greift bei Infektion die Leber an. Übertragen wird es bei Sexualkontakt, zum Beispiel, wenn Körperflüssigkeiten an die Schleimhäute kommen.
  • HIV: HIV greift das Immunsystem an und wird über Sperma und Vaginalsekret übertragen. Mittlerweile gibt es moderne Behandlungsverfahren, sodass Menschen mit einer Infektion normal leben können.

Parasitäre STIs

  • Trichomonaden: Diese STI wird durch winzige Parasiten, sogenannte Trichomonas vaginalis, übertragen. Eine Ansteckung erkennt man nicht immer, da die Erkrankung auch symptomlos verlaufen kann.
  • Filzläuse: Filzläuse sind kleine Insekten, die sich meist an Schamhaaren festhalten und dort Eier ablegen. Diese Erkrankung ist zwar lästig, aber in der Regel kein Gesundheitsrisiko.

Weiter unten erfahrt Ihr, wie diese Infektionen übertragen werden. Bereits 2022 berichteten wir über sexuell übertragbare Krankheiten. Mehr dazu findet Ihr in unserem Artikel:  Geschlechtskrankheiten: Welche gibt es?

An welchen Symptomen erkennt man eine STI?

Das Tückische an sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) ist, dass sie oft völlig symptomfrei verlaufen. Man kann also infiziert sein und den Erreger weitergeben, ohne es zu merken.

Wenn Symptome auftreten, sind dies die häufigsten Anzeichen, auf die du achten solltest:

Veränderungen beim Wasserlassen oder Ausfluss

  • Brennen oder Schmerzen: Ein stechendes Gefühl beim Urinieren (oft bei Chlamydien oder Gonorrhö/Tripper).
  • Ungewöhnlicher Ausfluss: Wenn Flüssigkeit aus dem Penis, der Vagina oder dem After austritt, die anders aussieht oder riecht als sonst (z. B. gelblich, grünlich, eitrig oder krümelig).

Sichtbare Hautveränderungen

  • Bläschen oder Geschwüre: Kleine, oft schmerzhafte Blasen (typisch für Herpes) oder schmerzlose Wunden (kann ein frühes Zeichen für Syphilis sein).
  • Warzen oder Knötchen: Fleischfarbene oder rötliche Auswüchse im Genital- oder Analbereich (Feigwarzen/HPV).
  • Ausschlag oder Rötungen: Juckende oder brennende Stellen, auch jenseits der Genitalien.

Schmerzen und Missempfindungen

  • Juckreiz: Anhaltendes Jucken im Intimbereich oder am After.
  • Unterleibsschmerzen: Ziehende Schmerzen im Bauchraum, oft auch Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Hoden- oder Lymphknotenschwellung: Schwellungen in der Leistengegend oder schmerzende Hoden bei Männern.

Allgemeine Krankheitssymptome

Manche Infektionen (wie HIV, Syphilis oder Hepatitis) können sich anfangs wie eine Grippe anfühlen:

  • Fieber und Abgeschlagenheit.
  • Gliederschmerzen.
  • Nachtschweiß.

Warum nehmen die STI Fälle zu?

Obwohl immer wieder aufgeklärt wird und auch wir versuchen, das STI-Wissen aufzufrischen, steigen die Zahlen der Ansteckungen. Im Jahr 2024 erreicht Syphilis einen neuen Höchststand mit 9.519 gemeldeten Fällen. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 9.159 Meldungen. Hierbei handelt es sich lediglich um die Zahlen aus Deutschland. 

Chlamydien sind die häufigste Form der bakteriellen STIs. Man geht aktuell von 300.000 Neuinfektionen pro Jahr aus. Das sind nur zwei markante Beispiele für die steigenden Infektionszahlen.

Die Dunkelziffer ist jedoch noch wesentlich höher, denn nicht alle sexuell übertragbaren Infektionen sind meldepflichtig. Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) besteht lediglich eine Pflicht zur Meldung bei Syphilis, Hepatitis B und C und HIV.

Warum steigen die Zahlen so deutlich? Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben: 

  • Viele STIs verlaufen symptomlos, wodurch später erst eine Erkrankung erkannt wird.
  • Menschen schützen sich nicht ausreichend, wodurch die Infektionsrate steigt.
  • Es werden mehr Tests durchgeführt, wodurch wir häufiger von Fällen erfahren.

Wie werden STIs übertragen?

Um zu verstehen, wie Ihr Euch am sinnvollsten vor einer Ansteckung schützt, solltet Ihr wissen, wie STIs übertragen werden. Der Übertragungsweg ist unterschiedlich, je nachdem, um welche Infektion es sich handelt.

In vielen Fällen erfolgt eine Ansteckung durch Körperflüssigkeiten (Sekret oder Sperma). Das Virus kann dann über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Gonorrhö, Syphilis oder Herpes können allerdings auch über den Rachen- oder Mundraum beim Oralsex weitergegeben werden.

Ein anderer Weg ist der direkte Haut-zu-Haut-Kontakt im Intimbereich. Bei sexuell übertragbaren Erkrankungen, die durch Haut- oder Schleimhautkontakt weitergetragen werden, reicht dieser Weg oft aus. Beispiele sind HPV, Herpes oder auch Syphilis.

Und selbst Euer Sexspielzeug könnte eine Infektionsquelle sein. Vor allem dann, wenn es beispielsweise beim Dreier oder Vierer geteilt wird. Deswegen nutzt Eure Vibratoren und Dildos ausschließlich für Euch, oder reinigt sie gründlich vor dem Weitergeben.

Wie könnt Ihr Euch vor STIs schützen?

Damit Ihr ruhigen Gewissens die Lust und Leidenschaft mit Eurer Partnerin, dem Partner oder dem One Night Stand erleben könnt, solltet Ihr immer an Euren Schutz denken. Das gilt nicht nur beim normalen Geschlechtsverkehr, sondern auch beim Oralsex.

Kondome als wichtigster Schutz

Der wichtigste Schutz ist das Kondom. Grundsätzlich sollte gelten: Kein Kondom, kein Sex. Es dient als mechanische Barriere zwischen den Körperflüssigkeiten und der Schleimhaut. Bei richtiger Anwendung schützen die Verhütungsmittel Euch beim vaginalen, analen und oralen Geschlechtsverkehr. Eine vielfältige Auswahl und alle wichtigen Informationen zu den unterschiedlichen Kondomen findet Ihr auf unserer RITEX Kondom-Seite.

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Lecktücher

Eine weitere Schutzmethode sind die Lecktücher. Auch hier spielt die richtige Anwendung eine große Rolle. Das Lecktuch sollte unbeschädigt sein, bevor Ihr es nutzt. Sobald Ihr das geprüft habt, wird das Tuch flach über Vulva oder Anus gelegt. Es bedeckt also den Bereich, der oral befriedigt werden soll. Nach dem Sex ist es im Restmüll zu entsorgen.

Impfung

Einige Ansteckungen lassen sich mit einer Impfung vorsorglich vermeiden. Dazu gehört die HPV-Impfung, die recht wirksam gegen HPV-Infektionen hilft.

PrEP (HIV-Schutz) 

Alternativ könnt Ihr Euch mit PrEP (HIV-Prophylaxe vor dem Sex) schützen. Eine weitere ist die Hepatitis-B-Impfung, die vor der entsprechenden Ansteckung schützt. Obwohl es Schutzmöglichkeiten wie das Kondom gibt, solltet Ihr den Test nicht vergessen. Nur wer sich regelmäßig testet, kann am Ende wirkliche Sicherheit erhalten.

Wann sollte man sich auf STIs testen lassen?

Es gibt drei Hauptgründe für einen STI-Test: Du hast Symptome, du hattest ein konkretes Risiko, oder du möchtest einen Routine-Check. Da man sich auf sein Körpergefühl allein nicht verlassen kann, ist der einzige sichere Weg ein Test, wenn man wissen möchte, ob man sich mit einer STI infiziert hat.

Wo kannst du dich testen lassen?

  • Arztpraxen: Gynäkologie, Urologie oder Dermatologie (Haut- und Geschlechtskrankheiten).
  • Gesundheitsamt: Oft anonym und sehr kostengünstig oder kostenlos.
  • Aidshilfen: Spezialisiert auf sexuelle Gesundheit, oft anonym und in entspannter Atmosphäre.

Ein Test direkt am Morgen nach dem Risikoereignis ist bei Symptomfreiheit meist nicht aussagekräftig. Wenn du jedoch ein sehr hohes HIV-Risiko hattest, kontaktiere innerhalb von 24 (max. 72) Stunden eine Klinik für eine PEP (Postexpositionsprophylaxe).

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FAQ – Häufige Fragen rund um STIs

Was beudetet die Abkürzung STI?

Die Abkürzung STI steht für Sexually Transmitted Infections (sexuell übertragbare Infektionen). 

Welche Typen sexuell übertragbarer Infektionen gibt es?

Bei einer STI unterscheidet man bakterielle, virale und parasitäre Ansteckungen. Bakterielle Übertragungen sind meist behandelbar, aber nicht zwangsweise harmlos. Handelt es sich um eine virale Infektion, dann sind diese nicht immer heilbar.

Welche sind die häufigsten STIs in Deutschland?

Besonders verbreitet sind Chlamydien, Syphilis, Tripper (Gonorrhoe), HPV (Humane Papillomviren), HIV und Genitalherpes. Chlamydien gelten dabei als die häufigste STI hierzulande.

Wie steckt man sich mit STI an?

Die Übertragung erfolgt bei verschiedenen Sexpraktiken (vaginal, anal, oral) durch den Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder Schleimhäuten. Auch die gemeinsame Nutzung von Sextoys kann ein Risiko darstellen.

Woran erkenne ich eine Infektion?

Mögliche Anzeichen sind ungewöhnlicher Ausfluss (evtl. unangenehm riechend), Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz oder Hautveränderungen wie Bläschen oder Warzen im Genitalbereich. ABER: Viele STIs verlaufen ohne spürbare Beschwerden. Man kann die Infektion also unwissentlich weitertragen.

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