Nähe ist für viele wichtiger als Sex
Zwischen 1950 und 1989 entwickelte sich in Deutschland die Freikörperkultur. Ganz nach dem Motto „Weg mit den Klamotten und rein in das Vergnügen“. Zur damaligen Zeit gab es die Babyboomer, die Generation X und die Millennials. Sie alle gingen offener und freier mit ihrem Körper und ihrer Sexualität um. Die Generation Z (Gen Z) scheint am Sex wenig interessiert. Doch stimmt das wirklich?
Sex ist für viele junge Menschen, die zwischen 1996 und 2010 geboren wurden, nicht mehr automatisch das Hauptthema. Offene Gespräche oder der Austausch über Erfahrungen finden nicht mehr ganz so intensiv statt. Zumindest ist das die Annahme, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt.
Auch wir haben uns mit Gen Z und Sex befasst und waren überrascht, wie stark sich die Sexualität verändert hat.
Wir haben direkt zu Beginn unseres Artikels mit zahlreichen Begriffen zu den Generationen um uns geschmissen. Damit Ihr wisst, wovon wir hier überhaupt sprechen, geben wir Euch einen Exkurs in Sachen Generationen und deren Eigenheiten.
Lasst uns die Generationen vor Gen Z in den direkten Sex Vergleich schicken. Haben die Millennials und Gen X wirklich mehr Geschlechtsverkehr als andere Generationen?
Bei den Babyboomern war Sexualität oft stärker an feste Beziehungen und klassische Rollenbilder gebunden. In vielen Partnerschaften wurde Geschlechtsverkehr als selbstverständlicher Teil der Beziehung gesehen. Über Bedürfnisse, Unsicherheiten oder Grenzen wurde dagegen häufig weniger offen gesprochen - also ein klassisches Bild einer Beziehung. Offene Partnerschaften oder wechselnde Liebschaften schien es nicht zu geben.
Die Gen X hat Sexualität meist freier erlebt, aber ebenfalls mit klaren Erwartungen. Sex gehörte in Beziehungen oft einfach dazu. Wenn er fehlte, wurde das eher als Problem gesehen.
Die Millennials haben schon mehr Veränderung in die Schlafzimmer gebracht. Sie sind mit dem Internet, Dating-Plattformen und einer offeneren Gesprächskultur aufgewachsen. Trotzdem war auch bei ihnen oft noch die Vorstellung präsent, dass ein aktives Sexleben ein Zeichen für Erfüllung, Attraktivität oder eine gute Beziehung ist.
Trotzdem waren die Millennials offener, was Experimente betraf. Sexspielzeuge wurden präsenter in der Öffentlichkeit, Pornos erlebten einen Höhepunkt und Sexfantasien wurden häufiger angesprochen.
Sind die Zoomer, die als Generation Z betitelt werden, wirklich nicht mehr an Sex interessiert? Nicht unbedingt, jedoch setzt die Altersgruppe andere Schwerpunkte. Viele von Euch hinterfragen die Situation stärker und befassen sich intensiver mit Nähe und Selfcare.
Das zeigt sich auch im Alltag. Bei Babyboomern oder Gen X beispielsweise wurde in Beziehungen oft schneller davon ausgegangen, dass körperliche Intimität selbstverständlich dazugehört. Bei vielen aus der Altersklasse 1996 bis 2010 ist es normaler geworden, über Tempo, Wünsche und Grenzen offen zu sprechen.
Ein anderes Beispiel ist der Umgang mit Nähe. Während ältere Altersstufen Intimität oft enger mit Sex verbunden haben, wird Nähe bei aktuellen Generationen mit kuscheln, langen und intensiven Gesprächen oder Zeit miteinander zu verbringen verbunden.
Dass Personen der Gen Z heute im Schnitt weniger Sex haben als ältere Menschengruppen in ihren jungen Jahren, hat mehrere Gründe.
Ein großer Unterschied zu älteren Generationen liegt darin, wie Intimität verstanden wird. Für viele aus der Gen Z ist Nähe nicht automatisch an Sexualität gebunden.
Es geht häufiger um emotionale Verbindung, um Vertrauen und um das Gefühl, sich bei jemandem wirklich wohlzufühlen. Körperliche Nähe kann wichtig sein, ohne dass es gleich zu einem Geschlechtsakt kommen muss.
Bei Babyboomern und der Gen X war die Vorstellung oft klarer: Wer in einer Beziehung ist, lebt auch Sexualität aus. Millennials haben diese Sicht schon etwas aufgelockert. Die Gen Z trennt noch deutlicher zwischen Nähe und Sex. Ein Gespräch, Zärtlichkeit oder einfach gemeinsame Zeit können heute genauso wichtig sein wie körperliche Intimität.
Auch wenn junge Personengruppen, zu denen eventuell auch Ihr gehört, heute oft bewusster und teilweise zurückhaltender mit dem Thema umgehen, heißt das nicht, dass Sex an Bedeutung verloren hat. Ganz im Gegenteil, viele von Euch legen Wert auf andere Aspekte wie Selfcare, Nähe, die eigenen Bedürfnisse.
Einvernehmlichkeit und klare Kommunikation: Offene Kommunikation über Verhütung und Sexfantasien, stellt heute oftmals die Basis einer Verbindung dar. Es ist nicht automatisch das gut, was die Partnerin oder der Partner mag. Hinlegen und machen lassen, war gestern.
Kein Leistungsdruck: Sex muss nicht perfekt sein. Es geht weniger darum, Erwartungen zu erfüllen, sondern darum, was sich für beide gut anfühlt. Vergleiche oder „Performance-Denken“ treten in den Hintergrund.
Auch beim Thema Verhütung zeigt sich, dass jüngere Personengruppen anders damit umgehen. Verhütung ist nicht einfach nur ein notwendiger Schritt, um sich vor Schwangerschaften zu schützen. Sondern sie ist Teil eines verantwortungsvollen Umgangs mit sich selbst und mit anderen.
Kondome spielen dabei nach wie vor eine wichtige Rolle. Sie schützen nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Wir von Ritex bieten Euch eine große Vielfalt an Kondomen an. Gen Z spricht im Gegensatz zu anderen Altersgruppen wesentlich offener über Grenzen, Selfcare und Verhütung.
Bei Babyboomern und Gen X war Verhütung oft vor allem praktisch gedacht und zudem ein Tabuthema. Bei Millennials kam mehr Offenheit dazu. Die Gen Z verbindet das Thema heute stärker mit Kommunikation, Respekt und Selfcare.
Der Begriff Selfcare wird oft belächelt, spielt für viele von Euch aber gerade beim Sex eine echte Rolle. Gemeint ist nicht nur Wellness oder Me-Time, sondern der bewusste Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und den eigenen Wünschen.
Viele von Euch, die zu dieser Altersklasse gehören, setzen sich eher mit ihren Grenzen auseinander, achten stärker auf ihr Wohlbefinden und nehmen es ernster, wenn sie etwas nicht möchten. Heißt jedoch nicht, dass Ihr langweilig seid.
Ganz im Gegenteil, keine andere Personengruppe ist so offen gegenüber Sexualität, Intimität und Nähe. LGBTQ-Bewegungen, neue Sexualitäten und mehr Sexpraktiken prägen Euch. Durch den bewussteren Umgang mit diesen Dingen, findet Geschlechtsverkehr zwar weniger statt, dafür aber oftmals deutlich intensiver.
Im direkten Vergleich zeigt sich vor allem eins, während ältere Generationen Sex oft stärker als festen Bestandteil von Beziehung und Intimität verstanden haben, trennt die Gen Z deutlicher zwischen gesellschaftlicher Erwartung und den eigenen Wünschen.
Egal zu welcher der Generationen Ihr gehört, genießt Eure Sexualität und lebt Euch aus.
Bildnachweis: Bernard Bodo @adobestock, New Africa @adobestock, Canva Pro
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