Umwelt Blog

Grüne Energie und Kondome

Wie viel Strom benötigt eigentlich ein Kondom in der Herstellung? Mit dem ganz dicken Daumen gerechnet in etwa 12 bis 15 Watt – also in etwa so viel, wie eine starke LED-Lampe zum Leuchten braucht. Pro Kondom ist das nicht so schrecklich viel, allerdings stellen wir ja auch nicht nur ein Kondom her, sondern um die 100 Millionen Stück pro Jahr. Je nach Strommix fällt dann auch eine nicht ganz unerhebliche Menge CO2 an – in unserem Fall im-merhin um die 200 Tonnen pro Jahr.

Und wie viel Erdgas benötigt man in der Kondomproduktion? Eigentlich fast nichts. Theoretisch wäre ein einstelliger Temperaturbereich für unsere Produktion ausreichend, sodass wir nur an wenigen Tagen im Jahr überhaupt heizen müssten. Natürlich wollen wir für unsere Mitarbeiter eine möglichst angenehme Zimmertemperatur aufrechterhalten, wobei über unsere Produktionsflächen dann wieder eine nicht unerhebliche Menge zusammenkommt. Pro Kondom wären das ca. 3 Watt und in Summe rund 60 Tonnen CO2.

Alles in allem erzeugen wir mit unserer direkten Kondomproduktion bei den klassischen Energieträgern pro Jahr also rund 260 Tonnen CO2. Glaubt man Quarks vom WDR, entspricht diese Menge in etwa dem Verbrauch von 20 bis 25 deutschen Bundesbürgern. Dass wir uns überhaupt schon auf diesem niedrigen Niveau befinden, haben wir vielen verschiedenen Maßnahmen zu verdanken, die wir in den letzten Jahren in unserer Produktion umgesetzt haben. Den größten Beitrag leistet dabei unsere Wärme-Rückgewinnung: So wird die Abwärme des einen Produktionsschritts (z. B. bei der Drucklufterzeugung) zum Heizen eines anderen Produktionsschritts (z. B. beim Trocknen) genutzt. Ist die Abwärme so weit heruntergekühlt, dass sie nicht mehr in der Produktion verwendet werden kann, nutzen wir sie immerhin noch als Heizung für unsere Lagerflächen, wodurch wir nur in wenigen Monaten des Jahres die eigentliche Heizung einschalten müssen. Aber auch kleinere Maßnahmen wie das Austauschen von Leuchtmitteln oder das gezielte Dämmen von speziellen Bereichen haben in Summe zu diesem Erfolg beigetragen.


Der Weg zur Klimaneutralität

Trotzdem möchten wir auch die restlichen 260 Tonnen CO2 aus dem ökologischen Fußab-druck unseres Unternehmens verbannen oder zumindest kompensieren. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, unseren Strom von EKOenergy zu beziehen. Es war uns dabei wichtig, dass dieser Strom nicht nur CO2-neutral erzeugt, sondern zusätzlich darauf geachtet wird, dass nicht in vorhandene Ökosysteme eingegriffen oder allgemein die Fauna und Flora durch die Stromerzeugung beeinträchtigt wird: Über EKOenergy haben wir sichergestellt, dass wir z. B. keinen Strom von Windrädern in Vogelschutzgebieten beziehen. Darüber hinaus fließt ein Teil unserer Stromkosten in den Klima- und Umweltfond des EKOenergy Netzwerkes, über den weltweit der Ausbau von umweltschonender Energieerzeugung gefördert wird.

Effektive Kompensation

Beim Erdgas haben wir uns dafür entschieden, eine Kompensation unseres CO2-Ausstoßes über Zertifikate nach dem ÖkoPLUS Standard vorzunehmen. Warum haben wir uns hier für ein Zertifikatslösung und nicht für den Einsatz von z. B. Bio-Gas entschieden?

Zum einen aus technischen Gründen: Gas ist nicht gleich Gas und kann von den Maschinen (in unserem Falle von unserer Heizung) nicht unbedingt im gleichen Maße verarbeitet wer-den. Außerdem ist der Transport von Gas sehr aufwändig (also teuer und ökologisch wenig sinnvoll), wenn er nicht über die bestehende Infrastruktur erfolgen kann. Zum anderen, weil in diesem Fall der Klimaschutz über das Zertifikat sehr viel effektiver erfolgt, als wenn z. B. eine Bio-Gasquelle in Deutschland genutzt werden würde. In den kommenden beiden Jahren unterstützen wir mit dem Zertifikat von ÖkoPLUS ein Windkraft-Projekt im indischen Mytrah, wodurch der indische Energiemix, der stark auf Kohle und Erdöl basiert, verbessert werden soll. So haben wir eine globale Antwort auf die globale Klimakrise. Allerdings war uns beim Thema Erdgas auch das "Plus" sehr wichtig – was geht hier über die reine CO2-Einsparung/ -Kompensation hinaus? In Mytrah liegt der Schwerpunkt auf den sozialen Verbesserungen für die Bevölkerung; vor allem auf dem Zugang zu sauberem Wasser, Gleichstellung der Frauen und Versorgungssicherheit bei Nahrungsmitteln.
 

Was bringt die Zukunft

Immer wieder lernen wir dazu und sehen, wie vielschichtig das Thema Nachhaltigkeit im gesamten Produktionszyklus und in allen Unternehmensbereichen ist. Gerade im Bereich der Verpackungsmaterialien gibt es viele Entwicklungen, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. Wir bleiben hier fest am Ball und berichten Euch, wenn wir den nächsten großen Schritt gemacht haben.

Die ausführlichen Kriterien können Sie auf der EKOenergy Webseite nachlesen.


Bildnachweis:
Hauptbild:  276523826 © Masson /Adobe Stock

Autor
Robert Richter
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