Dating & Partnerschaft

Dating-Phänomene - Ghosting und andere fiese Methoden

Online-Dating hat ja so seine Vor- und Nachteile. Was ein Vorteil oder eben doch ein Nachteil ist, kommt dabei ganz auf die Perspektive an. Was die einen wirklich super finden, ist für andere die Dating-Hölle. Wie so oft haben die unterschiedlichen Standpunkte mit unterschiedlichen Vorstellungen von Dating zu tun.

Der Kern des Problems ist doch dabei folgender: Austauschbarkeit. Online-Dating erhöht das Angebot einfach ungemein und lässt uns immer nach etwas vermeintlich Besserem streben, das ja um die Ecke warten könnte. Sich wirklich noch länger auf etwas einlassen oder beim ersten Problem trotzdem noch dem Ganzen Zeit und eine Chance geben? Och nöö. Lieber den oder die Nächste. Und weil ein ehrliches Gespräch zu anstrengend ist, entledigt man sich seines Dates ganz einfach mit Ghosting. Oder doch lieber Benching und Warmhalten?

Das hier sind die gängigsten Dating-Phänomene

Ghosting

Ganz oben auf der Liste. Erstens sehr beliebt, zweitens auch im Charakterlicher-Totalausfall-Faktor weit oben, weil es so schön feige ist. Hier verschwindet jemand aus dem Leben des anderen wie ein Geist. Heute noch superverliebt, morgen Funkstille. Keine Nachrichten mehr, keine Anrufe, Nummer geblockt. Warum? Weil die Person, die das Ghosting betreibt, keine Lust auf eine Auseinandersetzung hat oder schlicht zu feige dafür ist. Was kann der oder die Geghostete da tun? Nichts. Abhaken und auf keinen Fall hinterherlaufen, die Person ist es wirklich nicht wert. Das Traurigste dabei: Das betrifft nicht immer nur Tinder-Dates, manche beenden so auch eine langjährige Beziehung.

Benching

Worauf beim Fußball keiner Bock hat, mag auch beim Online-Dating niemand: Auf der Ersatzbank zu sitzen. Genau das passiert beim Benching. Eine sehr unschöne Warmhalte-Taktik, bei der der Bencher viele Kandidaten/innen im Pool hat. Man hält zwar Kontakt, so richtig kommt das Date aber nicht in die Gänge – erst mal sehen, ob da nicht noch was Besseres auftaucht oder ob es mit der Person, an der man wirklich Interesse hat, denn klappt. Was kann man da machen? Wenn Ihr wirklich Interesse habt und die andere Person die Zone der Unverbindlichkeit aber einfach nicht verlassen will, dann sprecht das direkt an. Gibt es nur eine ausweichende Antwort oder ein klares Nein, wisst Ihr: Time to move on.

Breadcrumbing

Das Breadcrumbing ist verwandt mit dem Benching und quasi dessen Cousin, weil es auch eine Warmhaltetaktik ist. Sie funktioniert aber etwas anders. Der Breadcrumber macht es wie beim Entenfüttern im Park: Immer mal wieder ein paar Brotkrumen hinwerfen. Es wird unverbindlich und sporadisch geschrieben, alles bleibt an der Oberfläche und wirkliche Pläne werden nicht gemacht. Was tun? Sich nicht wie die Ente im Park verhalten und gierig nach den Brotkrumen schnappen oder gar drum betteln, sondern denjenigen abwürgen. Das führt eh zu nix.

cushioning

Ooh, das hört sich aber lieb und kuschlig an. Ist es aber nicht. Beim Cushioning fällt mir auf, dass es das auch schon vor dem Online-Dating gab. Was macht man oder frau beim Cushioning? Man bereitet sich selbst ein schönes Kissen in menschlicher Form, damit man nach einer Trennung weich fällt und sofort jemand Neuen hat. Während man also in einer Beziehung ist und merkt, dass es nicht mehr so gut läuft, wärmt man sich schon die nächste Person an, zu der man dann nahtlos übergehen kann. Vorsicht also, wenn Ihr dieses Verhaltensmuster entdeckt.

Fishing

Ihr kennt alle den Spruch Eurer Oma, der bei Liebeskummer nicht so wirklich geholfen hat, aber nett gemeint war? „Es gibt viele Fische im Meer.“ Was Oma damit meinte: Wenn der Idiot oder die dumme Pute dein Herz gebrochen hat, gibt es auch wen, der dich mehr verdient hat. Was nicht gemeint ist: So vielen Leuten wie möglich beim Online-Dating Nachrichten schreiben, schauen wer anbeißt und sich davon die attraktivste Person raussuchen. Zu allen anderen den Kontakt kommentarlos abbrechen.

Stashing

So eine heimliche Romanze kann ja ihren Reiz haben. Allerdings nur, wenn beide sie geheim halten wollen. Beim Stashing datet man jemanden, der zwar alles relativ normal angehen lässt – mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass er oder sie die andere Person vor Freunden und Familie geheim hält. So richtig zur Beziehung (oder dem Date) stehen möchte der Stasher also nicht. Die Gründe dafür sollte man nicht bei sich selbst suchen. Der Stasher kann oder will sich nicht binden, und das Problem liegt damit auf seiner Seite. Zeigt derjenige keine Einsicht, hilft wohl nur ein klarer Schnitt, denn Mätresse oder Toyboy sein ist nur im Kino aufregend und im wahren Leben eher frustrierend.

Dann doch auf die große Liebe verzichten und Single bleiben? Nein, irgendwo wartet der richtige Partner für eine tolle Beziehung auf Euch. Vielleicht sogar beim Online-Dating.

Bildnachweis:
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Der Kern des Problems: Austauschbarkeit

Autorin
Elena
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