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Weiblicher Orgasmus – eine Anleitung

Du liegst mit Deiner Liebsten im Bett. Ihr seid Euch nahe, küsst Euch leidenschaftlich. Sie sagt, dass sie mehr will. Du kommst schon beim Vorspiel so richtig in Fahrt und freust Dich, dass es ihr genauso ergeht. 

Während Ihr es tut, kommen Dir plötzlich Zweifel, ob sie es auch so heiß findet wie Du. Als Du kurz vor dem Orgasmus bist, fragst Du, wie weit es bei ihr ist. Sie weicht aus. Und feuert Dich an, weiterzumachen. Du kommst. Und sie nicht. Dass sie nicht gekommen ist, bleibt unausgesprochen.

So oder so ähnlich läuft die Paar-Sexualität manchmal leider immer noch ab. Doch Du kannst einiges tun, um das zu verändern. Eine Anleitung für den weiblichen Orgasmus findest Du hier. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist nicht als Universalmittel für weibliche Lust zu verstehen. Aber vielleicht hilft Dir der eine oder andere Gedanke dabei, Euer Liebesleben auch für sie schöner zu machen. Wir haben die Anleitung in folgende Abschnitte unterteilt:

  • Der weibliche Orgasmus – wie wichtig ist er für sie?
  • Wege der Stimulation – so kann sie am besten kommen
  • Die Macht der Fantasie – rede mit ihr über Sex
  • Orgasmus zu zweit – lass es sie selbst machen
  • Nimm Dir Zeit – und heize ihr ein
  • Kein Höhepunkt – das ist nicht schlimm

Der weibliche Orgasmus – wie wichtig ist er für sie?

Frauen kommen beim klassischen Liebesakt leider seltener zum Orgasmus als Männer. Doch das bedeutet nicht, dass Frau keinen Spaß am Sex ohne Höhepunkt hat. Lassen wir Zahlen sprechen: Laut der 2017 von Ritex in Auftrag gegebenen YouGov-Studie „Wir Deutschen & die Liebe“ empfinden nur 19 % der befragten Frauen Sex ausschließlich mit Orgasmus als befriedigend. 

Natürlich ist es schön, wenn die Lust sich kontinuierlich steigert und in einem Feuerwerk der Empfindungen gipfelt. Und 64 % der YouGov-Studienteilnehmerinnen sind mit ihrer Orgasmus-Häufigkeit zufrieden. Wenn Du den weiblichen Orgasmus öfter herbeisehnst und Du Deine Partnerin nicht nur zufriedenstellen, sondern orgastisch befriedigen willst, musst Du wissen, was zu tun ist. 25 % der Frauen gaben immerhin an, ihr Partner tue nicht die richtigen Dinge, und das sei der Grund für ihre Orgasmus-Flaute.

Wege der Stimulation – so kann sie am besten kommen

Reine Penetration führt bei vielen Frauen nicht zum Orgasmus. Das liegt an der Anatomie der lustspendenden Körperpartien. Jede hat andere erogene Zone, doch eine ist der ultimative Lustgarant und an allen Orgasmen direkt oder indirekt beteiligt: die Klitoris. Ihre Stimulation ist entscheidend, um lustvolle Wohlgefühle und einen Höhepunkt bei ihr auszulösen. Auch wenn die Klitoris weit ins Innere hineinreicht und mit ihren Klitoris-Schenkeln und den Schwellkörpern sogar größer als ein durchschnittlicher Penis ist, bleibt der äußere Teil der empfindsamste. Beim Eindringen in die Vagina streift nicht jeder Penis jede Klitoris-Eichel. Manchmal kann das jedoch der Fall sein, wenn sie sehr nah am Eingang der Vagina sitzt und der Penis eine bestimmte Form hat. Wenn nicht, gilt es, kreativ zu werden.

Berührungen der Klitoris-Eichel vor und während des Liebesaktes können ihre Lust stark ansteigen lassen, sodass es manchmal nicht mehr weit ist bis zu einem Höhepunkt. Beim Vorspiel eignet sich ein Cunnilingus ebenso wie ein Handjob, um die Liebste in Fahrt zu bringen. Achte darauf, auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Jede findet eine andere Intensität und Art der Klitoris-Stimulation erregend. Beim manuellen Bespielen der Lustperle können Gleitmittel für die nötige Geschmeidigkeit sorgen. Allerdings ist all das kein Garant für eine gesteigerte Erregung oder einen Orgasmus. Denn Sex und die Lust darauf spielen sich nicht nur auf rein körperlicher Ebene, sondern auch in der Fantasie ab.

Die Macht der Fantasie – rede mit ihr über Sex

Das kannst Du Dir zunutze machen, wenn Du Deine Liebste in Stimmung bringen willst. Frag sie, was Du tun sollst, ob und wie Du sie berühren sollst – und an was sie gerade denkt. Vielleicht ist sie erst einmal zu schüchtern, um auf den Dirty Talk einzugehen. Dann kannst Du den ersten Schritt machen und ihr ins Ohr flüstern, was Du gern alles mit ihr machen würdest und warum sie Dich anmacht. Gleichzeitig beginnst Du damit, sie zu verwöhnen. Damit kurbelst Du ihr Kopfkino und an und bescherst ihr durch den Handjob Lustgefühle.

Animiere Deine Partnerin dazu, sich mit ihrer Libido auseinanderzusetzen. Falls sie sich nie oder nur selten selbst befriedigt, hat sie ihre eigene Lust vielleicht noch nie richtig kennengelernt. Oder sie weiß nichts von ihren erotischen Fantasien, weil sie sie nie richtig zugelassen hat. Schenke ihr doch einfach mal ein erotisches Buch oder Ähnliches und gib ihr so die Möglichkeit, ein eigenes Sexualleben zu entwickeln und ihre Kenntnisse über die Lustpunkte ihres Körpers zu erweitern.

Orgasmus zu zweit – lass es sie selbst machen

Ist die Lust Deiner Liebsten an sich kein Problem, sie tut sich jedoch trotzdem mit dem Kommen schwer, kann es die gewünschte Erlösung bringen, wenn sie selbst Hand anlegt. Während Ihr Penetrations-Sex habt, kann ihre Hand zur Klitoris-Eichel wandern und sie verwöhnen.

Vielleicht denkt sie schon seit längerem darüber nach, hat sich nur noch nicht getraut, Dir ihren Wunsch mitzuteilen. Dann kann es sinnvoll sein, dass Du aktiv wirst. Leite ihre Hand sanft dorthin, wo sie sich anfassen soll, und dirigiere sie zu Beginn vielleicht dabei. Wenn diese Vorgehensweise für Euch nicht passt, dann flüstere ihr in einem geeigneten Moment ins Ohr, wie sehr es Dich anturnen würde, wenn sie es sich vor Dir und während Eures Liebesspiels selbst macht. Wenn sie das Okay von Dir hat, traut sie sich vielleicht ungenierter an die Selbstbefriedigung heran.

Nimm Dir Zeit – und heize ihr ein

Was neben der richtigen Technik und der anregenden Gedanken noch ganz wichtig ist: Gib ihr die Zeit, die sie braucht, um zum Orgasmus zu kommen. 20 % der YouGov-Studienteilnehmerinnen gaben als Ursache des fehlenden Höhepunktes an, dass ihr Partner sich nicht genügend Zeit nimmt.

Wenn Du merkst, dass die Dauer Eures Liebesspiels für sie nicht ausreicht, dann heize ihr bei einem ausgiebigen Vor- oder Nachspiel richtig ein. Manche Frauen können sich dabei nicht fallen lassen und empfinden dadurch wenig Lust. Raune ihr zu, wie heiß Du es findest, sie zu verwöhnen. Zeig ihr, dass Du es ebenso feierst wie sie. Und geh ganz langsam, ganz gemächlich vor. So, als hättet Ihr alle Zeit der Welt. Dann kann sie sich leichter entspannen und sexuelle Erregung empfinden.

Kein Höhepunkt – das ist nicht schlimm

Klappt es trotz aller Bemühungen mal nicht, dass die Liebste in anderen Sphären schwebt, ist das auch nicht schlimm. Manchmal liegt es nicht am Sex, sondern daran, dass sie nicht abschalten kann. 36 % der Frauen gaben bei der YouGov-Studie an, dass der Grund für den ausbleibenden Höhepunkt genau darin liegt: Sie sind innerlich blockiert. 

Natürlich ist es nicht allein Deine Verantwortung, Deine Liebste zum Höhepunkt zu bringen. Für die Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse sind beide gleichermaßen verantwortlich. Will sie gar nicht mithelfen oder ist nicht bereit, im Bett mit Dir neue Wege zu gehen, um dem Orgasmus näher zu kommen, dann kannst Du wenig tun. Aber Dranbleiben schadet nicht. Vielleicht öffnet sie sich mit der Zeit für Cunnilingus, Klitoris-Stimulation oder andere lustfördernde sexuelle Spielarten.


Bildnachweis:
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Text: Carina Starklauf

So wird jeder Orgasmus zum absoluten Höhepunkt!

Autorin
Natalie
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